Beratung

Menschen, die bedingungslose Wertschätzung erfahren, werden offen. Sie können ihre Anlagen, Begabungen und Fähigkeiten entdecken und entfalten.

Erst wenn ich mich als Berater einfühlsam, achtsam und ganz ehrlich bemühe, mein Gegenüber zu verstehen, wird Veränderung möglich. Meine Haltung und meine Einstellung sind durchdrungen von der Überzeugung, dass in jedem Menschen eine nie versiegende Kraft schlummert, sich selbst zu erhalten und zu entfalten.

Als Berater bemühe ich mich unaufhörlich und mit meiner ganzen Präsenz, das Gegenüber zu verstehen. Weder Techniken noch Methoden, weder Konzepte noch Modelle können mich dabei unterstützen. Damit eine vertrauensvolle Beziehung entstehen kann, sind drei Bedingungen hinreichend und auch notwendig:

Kongruenz – Als Berater/in bin ich ehrlich, echt, authentisch.

Empathie – Einfühlsam und aufmerksam versuche ich die Gefühle, die Gedanken, die Bedürfnisse, die Anliegen und die Probleme aus Sicht des Gegenübers zu verstehen.

Akzeptanz – Ich nehme das Gegenüber uneingeschränkt und ohne jegliche Bewertung als Mensch (als Person) an. Ich versuche aktiv, sowohl das Äussere wie auch das Innere des Hilfesuchenden positiv zu beachten und zu schätzen.

Für Carl Rogers sind die drei Bedingungen Empathie, Akzeptanz und Kongruenz die Grundvoraussetzung für eine wertvolle und vertrauenswürdige Beziehung, die Entwicklung möglich machen. Ob in einem Gespräch mit Eltern, mit Kolleginnen, mit den Schüler/innen, in Noten- und Zeugnisbesprechungen oder zu Hause in der Partnerschaft, in einer Beratung, «es lohnt sich immer, einen anderen Menschen zu hören und zu verstehen». (Carl Rogers)

«In einem wertschätzenden, einfühlsamen und ehrlichen Beziehungsklima wird der Mensch vertrauenswürdig, schöpferisch, eigenmotiviert, tatkräftig und konstruktiv – kurz, er wird fähig, Potentiale freizusetzen, von denen er nicht gewagt hätte zu träumen.» (Carl Rogers)

Carl Rogers selbst hatte bei seiner Arbeit die Erfahrung gemacht, dass Hilfesuchende immer dann ihren eigenen Weg finden, wenn er als Berater nicht urteilte oder weise Ratschläge gab, sondern versuchte, die Sichtweise seines Gegenübers genau zu verstehen. Nicht er, sondern die Hilfesuchenden sind die Experten; die Experten ihrer selbst.