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Zitate von humanistisch denkenden und handelnden Persönlichkeiten wie Carl Rogers, Marshall Rosenberg, Thomas Gordon, Gerald Hüther, Jesper Juul usw. regen uns an, über den Alltag nachzudenken. Vielleicht regen die Zitate dich als Leserin oder als Leser an, die eigene Arbeit in Beratung und Erziehung / Bildung zu reflektieren.

Zitat 4/2019
"Wenn ich mich so wie ich bin akzeptiere, dann ändere ich mich. Ich kann meiner Erfahrung trauen."
C. Rogers

Als Lehrperson versuche ich Vorbild zu sein. Alle Forschungen, auch die Neurologie, zeigen in die gleiche Richtung. Die Lehrpersonen sind mit oder trotz allen elektronischen Medien und Mitteln die wichtigsten „Unterstützer“ der Lernfortschritte. Somit lohnt sich eine intensive Auseinandersetzung mit sich als Person und Mensch. Wenn ich mich sicher fühle, kann ich mir vertrauen und damit auch Vorbild sein.
Zitat 3/2019
„Eines der erstaunlichsten Ergebnisse der Untersuchungen war, dass das Einfühlungsvermögen des Lehrers sich als bester Wahrsager für die Leistungen in der Schule erwies.“  C. Rogers

„Zusammen mit Bindung und Ermutigung bietet der Vorbildcharakter einer Person die Wichtigste Voraussetzung für eine Persönlichkeitsentwicklung und einer Verhaltensänderung.  Vorbilder setzen die Hemmschwelle gegenüber Veränderungen stark herab. „Was er kann, kann ich auch.“  (G. Roth, A. Ryba: Coaching, Beratung und Gehirn. Klett-Cotta 2016) Und für mich noch erstaunlicher: alle neuen Erkenntnisse und Forschungen belegen die Beobachtungen und Untersuchungen, die C. Rogers vor 50 Jahren bereits gemacht und beschrieben hat.

So ist die Entdeckung der Spiegelneuronen, wie sie J. Bauer beschreibt eine wichtige Erklärung für  das Nachahmen, das Einfühlen und für das Vorbild sein im Unterricht.
Und die vielen Studien, welche Hattie über den Unterricht zusammengetragen hat, stellt auch die Lehrperson mit seiner Begeisterungsfähigkeit an erste Stelle, wenn über erfolgreiches Unterrichten gesprochen wird. Die Schüler*innen abholen und in ihrer momentanen Situation verstehen sind Voraussetzungen für gelingenden Unterricht.
Zitat 2/2019
Es scheint mir, dass alles, was man einen anderen lehren kann, relativ folgenlos bleibt und geringen oder gar keinen Einfluss auf das Verhalten hat. C. R. Rogers

Mit diesem provokativen Satz zeigt C.Rogers auf, dass jegliches Lernen vom Lernenden ausgeht. Da erinnere ich mich an Jugendliche, die auch nach 6 Jahren professioneller Unterstützung durch bestimmte Therapeutinnen nur minimale Fortschritte gemacht haben. Natürlich können aus der Sicht der Lernenden sinnlose Begriffe oder Rechtschreibformen mit unzähligen Wiederholungen eingetrichtert werden. Eine nachhaltige und dadurch frei einsetzbare Fertigkeit ist jedoch nicht entstanden. Höchstens ein stereotypes Wiederholen kann ich erwarten. Die neurologischen Erkenntnisse unterstützen und belegen, dass nur ein selbst gewolltes und aktives Lernen, das als sinnvoll und lohnenswert erlebt wird, nachhaltig behalten wird. Und die Auswirkungen auf das Verhalten oder gar auf Haltungen und Einstellungen können nur stattfinden, wenn die Lerngegenstände mit positiven, angenehmen Gefühlen und Empfindungen über verschiedene Sinneskanäle in mehreren Kombinationen verbunden werden. Diese Erkenntnis verlangt ein Berufsbild, in dem der Lehrer als Begleiter, Anreger, Moderator und oft auch Zulieferer von Aufgaben, Ideen und Möglichkeiten gesehen wird.
Zitat 1/2019
Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass das einzige das Verhalten signifikant beeinflussende Lernen, das Lernen durch Selbst-Entdecken und Selbst-Aneignen ist. Carl Rogers 

Aktueller denn je kommt mir dieser Satz entgegen. Selbstgesteuertes Lernen, kooperatives Lernen, eigenverantwortliches Lernen sind Schlagworte, die in der heutigen Schullandschaft als zukunftsweisend gehandelt werden. Und dazu gehören Lernlandschaften, Lernräume oder Schulzimmer für Lernateliers. Tönt spannend. Und wie sehen diese „reformartigen“ Lernlandschaften im Alltag aus? Wird dort mehr, nachhaltiger und erfolgreicher gelernt? Wenn die Beziehung zwischen den Schüler/innen und den Lehrpersonen, die Begleiter oder Lerncoaches genannt werden,  vertrauenswürdig, angstfrei und gleichwertig erlebt werden, dann werden all diese Vorhaben zu eindrücklichen Lernorten. In diesen Lern-Räumen kann man ein Klima erleben und erfahren, das ohne Druck, ohne Noten, ohne Bewertungen und ohne Strafen oder Sanktionen auskommt. Das klingt für viele rosarot und naiv.
In Schulen oder bei Lehrpersonen, die dieses Klima anstreben und immer daran arbeiten, lernen die Schüler ruhig und konzentriert. Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen gerne in die Schule. Es lohnt sich – so ist meine Erfahrung.
Zitat 4/2018
Vor der Darlegung meines Standpunktes muss ich die Sache aus der Sicht meines Gesprächspartners formulieren. (Carl Rogers)

Vor allem in der Schule, während dem Unterrichten begleitet mich dieses Zitat. Die vorbestimmten Kompetenzen und Lernziele verführen mich, den Stoff ins Zentrum zu rücken. Auch die Zeit ist ein Mahnfinger. «Das sollte ich noch diese Woche besprechen. Und dies und jenes müssen wir noch bis Ende Monat durchnehmen.» Diese Gedanken mit dem Druck verhindert ein ganzheitliches Lernen. Ein Lernen, das von den Schülerinnen ausgeht. Manchmal ist das zum Verzweifeln. Erst wenn ich mit meinen Nöten und Sorgen zu den Schülern und zur Klasse gehe, zeigen sich neue Lösungen. Die Schülerinnen machen Vorschläge, wie wir den Stoff am besten bearbeiten und lernen können. So haben mir die Schüler schon oft aus meinen Ängsten vor dem Versagen als Lehrer geholfen. Es lohnt sich, die Sache aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler zu sehen.
Zitat 3/2018
Wenn ich den anderen als etwas Fixes, schon Diagnostiziertes und Klassifiziertes betrachte, dann trage ich meinen Teil dazu bei, dieses unzulängliche Etikett zu bestätigen. (Carl Rogers)

Wir alle kennen diese Hilfsmittel: ADS, ADHS, Legasthenie, Diskalkulie, … Zuschreibungen und Klassifizierungen sind so praktisch für mich als Lehrer. Nur zu schnell kann ich aus dem Kontakt gehen und eine Fachkraft anfordern. Und immer, wenn es mühsam oder gar schwierig wird, wenn ich nicht mehr weiter weiss, hilft mir die Zuschreibung. Selbst die Eltern und die Schüler selbst benutzen all diese Etiketten, damit sie sich nicht mit ihren Problemen und Schwächen auseinandersetzen müssen. Wie eindrücklich und erfahrungsstark sind da Situationen, in denen die Schülerinnen oder Schüler selbst wollen. Jedes Mal, wenn meine Schüler ihre Zuschreibungen auf die Seite legen konnten und aus eigenem Antrieb etwas erreichen wollten, wurden Schritte möglich.
Zitat 2/2018
Könnte das Klassenzimmer nicht der Ort sein, wo begeistert gelernt wird, was wirklich mit dem Leben zu tun hat? Der Ort, wo der Lehrer vom Schüler und der Schüler vom Lehrer lernt? (Carl Rogers)

Natürlich sollen in der Schule die Grundfertigkeiten bearbeitet, geübt und wiederholt werden. Dazu gehören: lesen, rechnen, schreiben, Umgang mit Computern, einfache Sachen zubereiten und kochen, Kleinigkeiten im Haus oder in der Wohnung reparieren, singen, zeichnen, gestalten, körperlich fit sein usw. Auch scheint angemessen, dass alles so lange geübt, gefestigt wird, bis auch Aussenstehende sehen können, dass es klappt. Die Lernenden sind jedoch auch Menschen, die täglich etwas erleben. Kinder und Jugendliche, die Gemeinschaften brauchen, die sich nach Kontakt und Begegnungen sehnen und die von ihren Bedürfnissen rund um die Uhr geleitet werden.

Kann die Schule nicht auch ein Ort sein, an dem durch das Beachten der Bedürfnisse und der momentanen Gefühle gelernt wird? Ein Ort an dem sich der obligatorische Lernstoff an den Kindern und Jugendlichen orientiert und an dem die Kinder und Jugendlichen selbst bestimmen können wie sie am besten lernen. Ich habe die Erfahrung gemacht, die Jugendlichen finden bald heraus, wie sie für sich angenehm, lustvoll und nachhaltig lernen können, wenn sie darin einfühlsam, wertschätzend und achtsam begleitet werden.
Zitat 2/2018
Als ich anfing, meinen Schülern zu vertrauen, geschah Unglaubliches in ihrer Kommunikation untereinander, beim Lernen und in ihrer persönlichen Entfaltung. (Carl Rogers)

Auf den ersten Blick hat mich das Zitat irritiert und genervt. Ich vertraue doch den Schüler/innen, dachte ich. Wenn ich mit Vertrauen auch eine offene, ehrliche und wertschätzende Beziehung meine, bekommt das Zitat Gewicht. Ich vertraue darauf, dass die Schüler/innen selbst wissen, was sie lernen und können wollen. Ich vertraue darauf, dass die Schüler/innen den für sie im Moment besten und möglichen Weg gehen, wenn die Umgebung und das Lernklima stimmt.

Wenn ich darauf vertraue, beginnt ein anspruchsvoller Weg des Miteinanders. Wir suchen gemeinsam, was die Schüler/innen brauchen, damit ganzheitliches Lernen möglich ist. Dabei denke ich auf der Sekundarstufe 1 an ihre Ziele wie Berufslehre, weiterführende Schule oder andere Vorhaben.

Und wenn ich diesen Weg wage zu gehen, entstehen neue Lernformen, andere Strukturen und unkonventionelle Unterrichtskonzepte. Und auf diesem Weg jede und jeden einzeln zu belgeiten ist für mich höchst anspruchsvoll und herausfordernd.
Zitat 01/2018
2018: Viel mehr Mensch – bitte. (Elias, Michael, Hansjürg)

Neue Statuten, weitere Formulare, überarbeitete Hausordnungen,  ausgefüllte Lernzeiterfassungen, Elterngespräche und Förder-gespräche nach Raster, Bewertungen, Abklärungen und Lernstanderhebungen, … Immer mehr Administration, noch mehr Absprachen um die Arbeitszeit zu  legalisieren, Stundenpläne, damit ich als Lehrperson weniger im Schulhaus anwesend sein muss. Solche Themen füllen Sitzungen, Tagungen und Weiterbildungen. Und wo bleiben die Menschen mit ihren Gefühlen, Empfindungen, mit ihren  Gedanken, Phantasien und Bedürfnissen? Wann rückt in den Pausen, in den Elterngesprächen, in den Bewertungen und Beurteilungen der Schüler, die Schülerin als Mensch ins Zentrum? Oder wann werde ich als Mensch wahrgenommen, gesehen und geschätzt? Wann fragen wir im Lehrerzimmer, wie es der Kollegin innerlich geht – nicht wo sie war und was sie gemacht hat? Wann bleibt Zeit, sich mit den Grundhaltungen des Berufs, mit den Haltungen für die Erziehung auseinanderzusetzen? Wer kümmert sich um ehrliche, wertschätzende, offene und einfühlsame Rückmeldungen?

Während einem Austausch über weitere Formen und Angebote im schülerzentrierten Unterrichten und in der personzentrierten Beratung sind wir zum Schluss gekommen: mehr Mensch ist von Nöten; viel mehr Mensch könnte uns gut tun und die Freude an der Bildungs- und Erziehungsarbeit fördern. Viel mehr Mensch – bitte. Im 2018
Zitat 8/2017
Zu lernen wie man lernt, ist immer von Bedeutung, heute wie morgen. (Carl Rogers)

Fast unglaublich, wie schnell Jugendliche lernen mit den Smartphons umzugehen. Ob das Fotos, Filme, einfachste Texte oder Kopien von Sachen sind, blitzschnell wird geteilt im «chat» oder mitgeteilt über WatsApp. Auch die Spiele und die für sie wichtigen Informationen holen sie in kürzester Zeit aus diesen kleinen Geräten mit Bildschirmen. Und wie ist das mit dem Schulstoff wie Mathematik, Deutsch Grammatik, mit Geschichte oder Geografie?

Eines bin ich mir sicher: ausserhalb der Schule wird ganz viel gelernt und verarbeitet. Als Lehrer werde ich ganz neidisch. Wie können wir diesen Lerneifer aus der Freizeit in die Schule übertragen? Welche Lernformen könnten dazu passen? Ein Grund mehr, die Schülerinnen und Schüler nach ihren Lernwegen zu fragen, ihnen bewusst machen, wie sie lernen und damit immer wieder eine Brücke zur Schule schlagen.
Zitat 7/2017
Denen, die das Lernen fördern wollen, geht es um das Klima. Ein Klima, in dem sich die Schüler frei fühlen, neugierig zu sein, Fehler zu machen, von der Umwelt und aus Erfahrung zu lernen. (C. Rogers)

Das Klima im Schulzimmer kann den Ausschlag für ein offenes und aufrichtiges Lernen sein. Ein Lernen, das aus eigenem Antrieb und mit Neugierde besteht. Dieses Lernen wird bei mir erst möglich, wenn sich die Schüler/innen verstanden und frei fühlen. Kein Leistungsdruck und kein Notendruck kann nachhaltiges Lernen fördern. Das gelingt mir manchmal, wenn ich mit den einzelnen Schülern und mit der Klasse in Kontakt kommen kann. Und jedes Mal, wenn ich denke, diese Zeit immer; jede und jeden einzeln begrüssen und ernsthaft nachfragen, wie es geht, bezahle ich die folgenden Sequenzen mit Disziplinproblemen.
Zitat 6/2017
«Meine Rolle als Lehrer/in: Aufmerksam zuhören, neugierig und präsent sein, klären durch nachfragen, unterstützen und begleiten, behilflich sein, anregen und andere annehmen und beachten.» (Carl Rogers)

Dieses Berufsbild passt nicht in das heutige Schulsystem. Lehrmittel durcharbeiten, Wissen vermitteln, Tests, Kontrollen und Noten stehen im Vordergrund. Wie sollen die Schüler/innen zu selbstverantwortlichen Lernenden werden? Wie könnten Lernlandschaften, Lernateliers, eigene Projekte usw. erfolgreich umgesetzt werden, wenn sich das Berufsbild nicht in Richtung der Rolle des Lehrers bewegt, wie sie Carl Rogers bereits in den 50er Jahren gefordert hat?
Zitat 5/2017
«Lernförderung meint: In Kontakt mit der Klasse
und mit den einzelnen Schüler/innen sein.»
(Carl Rogers)

In Kontakt sein mit Schüler/innen  erscheint einfach. «Hallo zusammen, guten Morgen». Zuerst ein Handschlag jedem/r Schüler/in und dann die Klasse als Ganzes begrüssen – das genügt leider nicht. In Kontakt kommen meint nachspüren und mitempfinden, wie es der/m Schüler/in geht. Schon beim ersten Blick kann ich als Lehrer merken, wie es einer/m Schüler/in geht, ob er/sie Probleme hat oder ob sie/er wirklich aufgestellt und fröhlich ist. Vermutlich spüren das alle Menschen dank den Spiegelneuronen. Wir können blitzschnell erfassen und aufnehmen, wie es dem Gegenüber im Moment geht. Die Frage ist für mich, will oder kann ich das, nehme ich mir die Zeit dafür und dürfen diese Wahrnehmungen ins Bewusstsein kommen und ausgesprochen werden. Meine Erfahrung sagt mir: je treffender und intensiver ich meine Schüler/innen im Moment erfasse und ihnen auf angenehme Art mitteile, was ich von ihnen spüre, desto besser ist der Kontakt und dann die Lernbereitschaft.
Zitat 4/2017
«Das gute Leben ist ein Prozess, kein Daseins-Zustand.
Es ist eine Richtung, kein Ziel.
» (Carl Rogers)

Das Zitat hilft mir im Schulalltag die Forderungen und die oft idealisierten Ziele zu relativieren. Neben dem philosophischen Blickwinkel, der mich persönlich begleitet, erlaube ich mir, Lehrplanvorgaben wegzulassen, Lernziele zu verändern und die hehren Leitbildgedanken aus den Augen zu verlieren.
Auch unterstützt mich das Zitat in der erzieherischen Arbeit. Ich weiss, dass meine auffälligen, überhaupt nicht am Lernen und Büffeln interessierten Schüler/innen ihren Weg finden ohne das ruhige und konzentrierte Dasitzen und ohne ein überangepasstes und pflichtbewusstes Ausführen von Lehrerforderungen wie Hausaufgaben erledigen oder vorgeschriebene Lerninhalte auswendig zu lernen. 
Zitat 3/2017
«Zu meiner Überraschung entdeckte ich, dass in meinen Klassen um so begeisterter gelernt wurde, je mehr ich aufhörte Lehrer zu sein.» (Carl Rogers)

Es ging langsam vor sich, aber als ich anfing, meinen Schülern zu vertrauen, geschah Unglaubliches in ihrer Kommunikation untereinander, beim Lernen und in ihrer persönlichen Entfaltung. Vor allem machten sie mir als Lehrer Mut, mehr ich selbst zu sein, was zu einem sehr  lebhaften Austausch führte. (Carl Rogers in: Freiheit und Engagement S. 27)
Zitat 2/2017
«Die Hauptaufgabe des Lehrers ist es, dem Schüler das Lernen zu erlauben, seine Neugier anzuregen». (C. Rogers)

Zentriert meint, sowohl die Schüler als auch die Lehrkräfte stehen als Menschen / Personen im Zentrum der Arbeit. Wenn wir uns gehört, verstanden und in den eigenen Werten geschätzt fühlen, können wir offen, frei, kreativ, selbstverantwortlich werden. Wir werden fähig frei zu entscheiden und uns zu bewerten. Dadurch entsteht ein Klima von Vertrauen, das nachhaltiges und erlebnisreiches Lernen möglich macht. Ein Lernen das auf Erfahrungen beruht und auch mich als Lehrer berührt und verändert. Diese Form des Lernens nennen wir «schülerzentriert».  
Zitat 1/2017
«Lehrer, die sich Tag für Tag bemühen, ihr wahres Selbst zu verbergen, stumpfen ab und brennen schliesslich aus.» (Carl Rogers)

Sich selbst sein und dann auch noch das wahre Selbst zeigen und offen leben, löst Angst und Schrecken aus. «So dürfen mich die Schüler/innen oder die Kolleg/innen nicht sehen. Das geht zu weit und das ist auch gefährlich,» denke ich zuerst. Und wenn dann alle sehen, dass auch ich Wut, Angst, Trauer oder oft auch Freude und Zufriedenheit habe und sogar zeige, werde ich nicht ernst genommen. Vielleicht ausgelacht? Bei mir trifft das Gegenteil ein. Wenn ich meine Gefühle und meine Bedürfnisse ehrlich zeigen kann, werde ich richtig verstanden und erst dann können meine Schüler/innen den Weg zu sich selbst finden. Und hie und da habe ich den Mut dazu – dann tut es gut und ist höchst befriedigend.